Oliver Reich
1. Vorsitzender

Rüdiger Dinse
2. Vorsitzender

Mark Wolf
Kassenwart

v.l.n.r.: Peter Elmer,
Steffen Hammel, Stefan Klösel

Trail Crew

v.l.n.r.: Alexander Haufe,
Mirko Haendel, André Fehrmann

es fehlt: Jan Jünemann
social media, Presse / PR, web

v.l.n.r.: Markus Parthen,
Mark Wolf

es fehlt: Fabian Parthen
Race Day Team

1,6 l 100 PS Trail Monster
Fuhrpark

 

Grundsätzliches

# 1 Roots

Das Buddeln im Wald ist ein ewiger Kampf von Grundbesitzern mit Bikern: double buddeln- double abreißen und der ganze Kleinkrieg drum- herum wie Verfolgungsjagden im Wald, gegenseitiges Mittelfingerzeigen, mit Forken bewaffnete Wutwaldbauern, alles selbst erlebt. Viel Arbeit und Ärger für beide Seiten. Darauf hatten manche Waldbesitzer keine Lust mehr – wir auch nicht.
Die Region Hannover fand die Idee mit den Strecken im Wald irgendwann gut und hat, auf Initiative unseres damaligen Bosses, Carsten Bolze, 2008 alle an einen Tisch geholt, also Waldbesitzer, Biker und Naturschützer. Das Image als Waldrocker mussten wir erstmal loswerden – hat ein bischen gedauert 😉 – Mittelfinger gab´s zwischendurch auch mal. Nachdem sich alle beruhigt hatten, was ein paar Jahre gebraucht hat, wurden uns Flächen von den Niedersächsischen Landesforsten (NLF) angeboten. Weil die Strecken im Landschaftsschutzgebiet liegen, musste die Region Hannover einbezogen werden und eine Ausnahmegenehmigung erteilen – ein riesiger Aufwand, bei dem uns die Region sehr geholfen hat.
Weil aus verständlichen Gründen kein Biker die Strecken als Privatperson betreiben wollte und NLF und Region natürlich eine „Person“ als Ansprech – und Vertragspartner haben wollten, wurde am 16.03.2012 der Verein „Deisterfreun.de e.V.“ als gemeinnütziger Verein gegründet.
Da sind wir nun: 230 Mitglieder ( Stand: 3/2017 ), zwei geile Strecken, ein fähiges Buddelteam, jede Menge Werkzeug, ein Zelt und ein Auto 🙂

# 2 Ziele

Strategisches Ziel ist es, mehr Strecken zu betreiben, aber in einer Ausbaustufe unterhalb der zwei vorhandenen Trails, also Naturtrails. Der Deister ist 13 Kilometer lang; über eine gleichmäßigere Streckenabdeckung freut sich der Biker und der Forstmann, weil weniger wild gebuddelt wird. Wer will schon ewig zu einer offiziellen Strecke fahren. Dazu müssen neben den NLF noch andere Waldeigentümer vom Nutzen offizieller Strecken überzeugt werden. Wir arbeiten daran.

#3 Rechtliches

Nicht gerade ein spannendes, aber ein notwendiges Thema. Wo man im Niedersachsen im Wald fahren darf, regelt das NWaldG ( Niedersächsisches
Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung vom 21.03.2002 ). Die Regeln sind übersichtlich:

§ 23
Recht zum Betreten
(1) 1. Jeder Mensch darf die freie Landschaft (§ 2 Abs. 1) betreten und sich dort erholen.
2. Dieses Recht findet seine Grenze in einer für die Grundbesitzenden unzumutbaren Nutzung, insbesondere durch öffentliche Veranstaltungen
oder eine gewerbsmäßige Nutzung.
(2)…
(3) Betreten im Sinne dieses Gesetzes ist das Begehen, das Fahren in den Fällen des § 25 Abs. 1 und das Reiten.

§ 25
Fahren
(1) Das Fahren mit Fahrrädern ohne Motorkraft und mit Krankenfahrstühlen mit Motorkraft ist auf tatsächlich öffentlichen Wegen gestattet.
Tatsächlich öffentliche Wege sind private Straßen und Wege, die mit Zustimmung oder Duldung der Grundeigentümerin, des Grundeigentümers
oder der sonstigen berechtigten Person tatsächlich für den öffentlichen Verkehr genutzt werden; dazu gehören Wanderwege, Radwege, Fahr –
wege (Absatz 2 Satz 2), Reitwege und Freizeitwege (§ 37). Grundsätzlich darf ich mit meinem Rad (ohne Motor) auf allen Wegen fahren.
Ein Trampelpfad z.B., der von Spaziergängern genutzt wird, um mit dem Hund schnell im Wald zu sein, ist ein Weg.
Die Formulierung “…dazu gehören…“ weist nämlich darauf hin, dass es sich um eine beispielhafte, aber nicht abschließende Aufzählung handelt.
Gelegentlich wird mit Erlassen argumentiert ( z.B. Ausführungsbestimmungen zum NWaldLG RdErl. d. ML v. 5. 11. 2016 – 406-64002-136 – ) in denen
zu lesen ist, dass Fuß – und Pirschpfade nicht zu den Wegen i.S. des § 25 gehören. Erlasse binden aber nur verwaltungsintern die nachgeordneten
Behörden und entwickeln gegenüber dem Bürger keine Außenwirkung.

# 4 Umwelt

Deisterfreund ist Umweltfreund.

Die Region Hannover hat das Ingenieurbüro „SHP Ingenieure“ und die Landschaftsarchitekten“ Gruppe Freiraumplanung“ mit aufwendigen
Untersuchungen zur Naturverträglichkeit unsere Strecken beauftragt, hier ein Auszug:

„Monitoring – Zusammenfassung Zählung

– An den Ein- und Ausstiegen der Trails und den Querungsstellen der Wanderwege
wurden keine Konflikte mit anderen Waldnutzern festgestellt.
– Vereinzelt nutzen Wanderer die offiziellen Trails!
-Die offiziellen Trails werden sehr gut angenommen. Im unteren Teil des
Ladies only (d.h. BMX-Trail) wird deutlich weniger gefahren.
– Die inoffiziellen Trails werden weiterhin genutzt, aber deutlich weniger als
die offiziellen Trails.
– Ein Kanalisierungseffekt ist erkennbar.“

Im Hinblick auf Pflanzen- und Wildeinflüsse wurde die Umweltverträglichkeit festgestellt, einzelne Arten profitieren sogar von den Strecken.
Negativ wurde das Freifahren von Wurzeln, das Abgraben von Boden, Verdichtung des Bodens und Müll festgestellt. Das Errichten von North Shores,
großflächigeres Abgraben von Boden für Hindernisse und regelmäßiges Müllsammeln beheben diese Punkte. Insgesamt ist es dem Wald ziemlich
egal, dass wir in ihm herumfahren.